Movement, Progress, Change - Development

Das Ende eines Gespräches gestern hat etwas in mir tief bewegt... Er sagte, ""bleib so wie du bist". Das hatte ich im Sommer schon einige Male gehört, und es war mir immer wie eine altmodische, lieb gemeinte, aber doch auch irgendwie kitschige Formel vorgekommen. Ich verband das "Bleiben, wie ich sei", mit ungerechtfertigte Bewunderung, etwas was ich nicht ernst nehmen konnte. Wie könnte ein Mensch wie ich, in so vielfältiger Weise "unfertig", mich nicht weiterentwickeln? Im Sommer sagte das mir ein Mann namens Helling, ein guter, lieber Kerl, immer sehr freundlich, sowohl zu mir als auch zu allen anderen. Doch ich fand seine Äußerungen in dieser Hinsicht übertrieben, es kam mir naiv vor, dass er mich zwei Wochen kannte und schon so angetan von mir war. Dazu kam, dass er religiös ist, nicht christlich im herkömmlichen Sinne, aber das führt hier zu weit. Damals im Kindergottesdienst haben wir auch solche Dinge gesungen. "Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur, ganz egal ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur, du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu..." Usw. Irgendwann sah ich es als naiv an, als eingeschränkte Betrachtungsweise, als kindlich. Deswegen lächelte ich in diesem Sommer nur, wenn er das sagte, und dachte mir meinen Teil. Das ich es gestern wieder gehört habe, hat mich irgendwie gerührt. Und dann fiel mir ein, dass es mir schon früher gesagt wurde, von einem sehr guten Freund, der das hier hoffentlich auch liest - nicht war Sir Gerik? Ich glaube du hast es auch immer gesagt. Dass ich nicht mein Leben lang verträumt durch die Gegend laufen, meinen Problemen aus dem Weg gehen und Unangenehmes totschweigen darf, ist mir klar. Aber vielleicht sollte ich ihnen, den oben erwähnten, Gehör schenken, weiter darüber nachdenken, was das bedeutet, "zu bleiben". Bleiben ohne stehen zu bleiben vielleicht, verändern, aber sich dennoch sich selbst bewahren. Oder sich mit seinem ganzen Wesen weiterentwickeln, sich Tiefe anzueignen und immer mehr Farben für das Bild meiner Seele zu verwenden. Hach manchmal liebe ich verquere Metaphern Ich werde noch eine Weile darüber nachdenken müssen, Fakt ist, dass es mich jetzt vor allem freut, dass mir so etwas gesagt wurde. Danke dafür

16.1.12 18:32

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Gerik (15.6.12 20:51)
Ich erinnere mich dunkel, das gesagt zu haben... Und auch, wenn ich Stillstand im Grunde ablehne... irgendwie bitte ich dich wirklich darum. Andere haben sich verändert... nicht gut. Manche doch. Aber du... ein Weilchen haben wir uns ja nicht mehr gesehen, aber... wenn du das bewahrt hast, auf das ich hoffe, ist diese Welt ein klein bisschen besser dran als mit einem anderen Du

'Nuff said.

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